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Deborah, Praktikum Februar - August 2012: "alle ins Herz geschlossen"

Ein halbes Jahr Praktikum in der Tageswohnung für wohnungslose Menschen. Was kann man sich darunter vorstellen? Wohnungslose Menschen? Arbeitslose Menschen? Menschen mit sozialen Schwierigkeiten? Werde ich Situationen erleben, die man sonst nur aus dem RTL-Fernsehprogramm kennt? Zugegeben, ich hatte so meine Zweifel. Vor allem war ich aber gespannt.

Gespannt auf die Einrichtung, gespannt auf die Mitarbeiter und Kollegen, gespannt auf die Menschen und die Situationen, die auf mich zukommen würden. Direkt an meinem ersten Tag wurde ich eines Besseren belehrt: Alle Zweifel und Bedenken, die ich hatte, waren umsonst. Die Menschen kamen auf mich zu, waren freundlich und wollten unbedingt wissen, wer „die Neue“ ist.

Ich lernte die Einrichtung kennen, die Mitarbeiter und Kollegen, die Besucher und das Abseits!?-Büro, meinen zukünftigen Arbeitsplatz. Und was soll ich sagen? Ich habe alle direkt ins Herz geschlossen.

Die Arbeit in der Tageswohnung ist abwechslungsreich. Es ist schön, dass man nicht die ganze Zeit im Büro sitzt. Man hat Kontakt zu Menschen und jeder Tag ist anders. Ob Redaktionssitzung, Chor, Dienstbesprechung, recherchieren und schreiben, Post, Kaffee ausschenken oder Anrufe entgegennehmen – es gibt immer genügend zu tun. Und falls mal doch nix anliegen sollte oder falls die Büroarbeit zu viel werden sollte, habe ich immer die Möglichkeit, das Gespräch mit den Besuchern zu suchen. Und um ehrlich zu sein, ist das eins der Dinge, die mir mit am besten an meinem Praktikum gefallen. Man erfährt viele Dinge, die einen faszinieren, aber auch schockieren. Vor allem aber tut es gut zu sehen, wie glücklich es die Besucher macht, wenn man ihnen zuhört.

In dem halben Jahr Praktikum in der Tageswohnung habe ich eine Menge gelernt und ich nehme viel davon mit. Ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt, ich habe gelernt mit schwierigen Situationen umzugehen und ich habe vor allem auch viel über mich selbst gelernt.

Zum Glück bleibt mir noch ein bisschen Zeit, bis mein Praktikum endgültig vorbei ist. Ich hoffe und ich denke, dass ich bis zu meinem letzten Tag noch eine Menge erleben und sehen werde.

Deborah Oswald

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